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Zwischen den Fahnen

Das Leben in der deutsch-dänischen Grenzregion zur Zeit um 1848: Ein historischer Roman

„Lund sieht Jebe fragend an. Der sagt leise: „Ein dänischer Schriftsteller.“ „Der hat gesagt“, fährt Achenthal fort, „wir Schleswig-Holsteiner sollten uns doch freuen, wenigstens etwas, nämlich Dänen, als nichts, nämlich Deutsche, zu sein.“
„Aber das war doch wiederum eine Reaktion auf die überhebliche Behandlung dänischer Sprache und dänischen Volkstums durch Struensee und andere“, hält Jebe dagegen.“

Die Wogen schlagen hoch in der Zeit nach 1835, bevor es 1848 zum Schleswig-Holsteinischen Krieg kommt. Die Bewohner der Region sind uneins. In Schleswig und auf dem Land spaltetet sich die Bevölkerung in die königstreuen Anhänger Dänemarks und die deutsch Gesinnten. Die Fronten verhärten sich. Die Auseinandersetzung macht keinen Halt vor Klassenzugehörigkeit, Familien oder Freundeskreisen. Diskutiert wird die Lage der Region und Nation unter Bauern ebenso wie unter Akademikern. Auf der einen Seite stehen die dänischen Nationalliberalen, die nach einem dänischen Nationalstaat streben, dessen Südgrenze die Eider bilden soll. Auf der anderen Seite die liberaler und deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner, die einen Anschluss Schleswig-Holsteins an einen künftigen deutschen Nationalstaat befürworten. Beide Lager beanspruchen das Herzogtum Schleswig. 1848 kommt es zur kriegerischen Auseinandersetzung, die sich mit Unterbrechungen bis 1852 hinzieht. Das Londoner Protokoll von 1852 garantiert schließlich den Fortbestand der dänischen Herrschaft über Schleswig-Holstein, aber auch dessen Eigenständigkeit.

Hartmut Hein versetzt den Leser in die damalige Zeit, indem er die Lebensumstände der Bauern und Bevölkerung auf dem Land denen der Städter und gebildeten Kreise in Schleswig gegenüberstellt. Anschaulich schildert er den Alltag, die Probleme und die politische Entwicklung in der Region. Durch die detaillierte Darstellung der Lebensumstände der Bevölkerung anhand der Bauernfamilie Johannsen und dem demokratisch und liberal gesinnten Arzt Finck wird die Geschichte lebendig und der Konflikt nachvollziehbar. Politische und soziale Fragen werden ausdrucksvoll beschrieben, ob sie die Bildung, nationale Politik, den Umgang mit den Armen oder dem Aberglauben betreffen. Hein verlagert den politischen Konflikt auf die persönliche Ebene und veranschaulicht in seinem Tatsachenroman die Geschichte der Region auf spannende Art und Weise.

Inken Dose

Harmut Hein
Zwischen den Fahnen

Husum:
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft
2008, 671 S.

ISBN:
978-3-89876-412-4

24,95 Euro

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