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VorlesungenHenrik-Steffens-Vorlesungen

Dienstags| 18-20 Uhr | Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin

Die Henrik-Steffens-Vorlesungen sind als Forum für Forschungsprojekte und die Präsentation kultureller Themen gedacht, in dem Wissenschaftler und kulturelle Persönlichkeiten Norwegens aktuelle Fragestellungen vorstellen. Die Vorlesungen dienen dem Gedankenaustausch zwischen Gästen aus Skandinavien, Lehrkräften und vor allem interessierten Studierenden des Nordeuropa-Instituts.

Seit dem 1. Oktober 2018 ist Frau Prof. Dr. Marie-Theres Federhofer Inhaberin der Norwegischen Gastprofessur.

Die Vorlesungen finden in einem 14-tägigen Rhythmus statt und sind für alle Interesssierten offen. Sie werden auch auf Plakaten, Facebook und per E-Mail angekündigt. Um in den E-Mail-Verteiler aufgenommen zu werden, kann man sich an Sven Kraus (sven.kraus@hu-berlin.de) wenden.

Veranstaltungsort:

Nordeuropa-Institut

Raum 3.134 (Georg Brandes) / Haus 3, 1. Etage
Dorotheenstr. 24
10117 Berlin

Weitere Informationen

 

Die Henrik-Steffens-Vorlesungen des Sommersemesters 2019 beginnen!

Seit dem 1. August 2018 hat Marie-Theres Federhofer die Henrik-Steffens-Professur am Nordeuropainstitut der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Die Professur ist von Norwegen staatlich finanziert und soll eine Zusammenarbeit zwischen Norwegen und Deutschland in den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern geschaffen. Deshalb gehört zu Federhofers Aufgaben auch die Durchführung von ca. fünf bis sechs Henrik-Steffens-Vorlesungen pro Semester. Dafür lädt sie Forscher ein, die in ihren Vorträgen Norwegen und den Norden auf unterschiedliche Weise beleuchten.

Federhofer studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin sowie an der Nouvelle Sorbonne und École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Sie promovierte in Tromsø und war in den vergangenen fünf Jahren Prodekanin für Forschung an der Fakultät für Humanistische Bildung, Sozialwissenschaften und Lehrerausbildung an der Universität in Tromsø, Norwegens Arktischer Universität. Sie unterrichtet deutsche Literaturwissenschaft und Kulturstudien. Im Gespräch mit Henriette Leine Wangen von der Universität in Tromsø nannte Federhofer es „einen Lebensstil", Professorin zu sein und sich beständig weiterzuentwickeln. Auf Berlin hat sie sich gefreut – von der Größe her ein gehöriger Kontrast zu Tromsø.

Doch Federhofer möchte in Berlin nicht nur norwegische Literatur und Kultur unterrichten. Ihr Anliegen ist es auch, das Wissen zu vertiefen, das mit den Menschen der Arktis verknüpft ist, sagte sie Wangen. Gegenüber KULTURHUS BERLIN erklärte sie zudem: „Da meine Heimatuniversität in Tromsø eine spezielle Verantwortung für samische Forschung und Lehre hat, erscheint es mir naheliegend, dass ich in den drei Jahren meiner Gastprofessur einen Teil der Henrik-Steffens-Vorlesungen dem Thema „samische Kultur“ widme." Das Sommersemester 2019 wird dieses Versprechen einlösen.

Mit Elisabeth Scheller (Giellatekno – Zentrum für samische Sprachtechnik), Lill Tove Fredriksen (samische Literaturwissenschaft), Ragnhild Marit Sara (Juristin und Richterin), Monica Grini (samische Gegenwartskunst) und Aili Keskitalo (Präsidentin der Selbstverwaltung in Norwegen) stehen interessante Gäste auf Federhofers Einladungsliste für die Vorlesungsreihe.

Den Anfang macht jedoch am 16. April 2019 Stefanie von Schnurbein mit „Ökonomie des Hungers“ (18:00 Uhr im Felleshus der Nordischen Botschaften). Das erste samische Thema folgt am 23. April: „Samisk språkrevitalisering – Vilken roll har akademiska institutioner?“ mit Elisabeth Scheller sein (18:00 Uhr im Nordeuropainstitut - DOR24, Raum 3.134).

Termine

 

16. April 2019 – 18:00 Uhr

„Ökonomie des Hungers“  (Achtung: im Felleshus der Nordischen Botschaften).


Ein literarisch-literaturwissenschaftlicher Abend mit Prof. Stefanie von Schnurbein, Prof. Frederike Felcht, Saskia von Winterfeld und Dr. Clemens Räthel. Warum erscheinen uns schlanke Menschen als attraktiv? Was hat Ernährung mit Religion zu tun? Und warum verschlingen wir Bücher, aber keine Filme?

In ihrem neuen Buch "Ökonomien des Hungers" begibt sich Stefanie von Schnurbein auf eine fesselnde Spurensuche in der skandinavischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen bekannte nordeuropäische Autoren wie Henrik Ibsen, August Strindberg und Karen Blixen, aber auch heute weniger bekannte wie Fredrika Bremer und Victoria Benedictsson, die die internationale Literaturszene ihrer Zeit prägten. Die literarischen Texte ermöglichen einen neuen und frischen Blick auf das Verhältnis von Essen, Körper und Identität.

Die Abendveranstaltung ist ein Gespräch zwischen der Autorin Prof. Stefanie von Schnurbein (Humboldt-Universität zu Berlin) und Prof. Frederike Felcht (Goethe-Universität Frankfurt a.M.), die ebenfalls zu Phänomenen des Hungers in der Literatur forscht. Die Moderation hat Dr. Clemens Räthel (Humboldt-Universität zu Berlin). Die Schauspielerin Saskia von Winterfeld liest Passagen der literarischen Texte.


Ort: Felleshus der Nordischen Botschaften

Rauchstr. 1, 10787 Berlin-Tiergarten

 

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23. April 2019 – 18:00 Uhr

Samisk språkrevitalisering – Vilken roll har akademiska institutioner?”

Samische Sprachrevitalisierung – welche Rolle haben akademische Institutionen?


Elisabeth Scheller forscht an der Universität in Tromsø – Norwegens Arktischer Universität über samische Sprachen mit Schwerpunkt auf der Situation der Sprache in Russland und ist auch eingebunden in die zurzeit stattfindende Forschung über samische Revitalisierung und Sprachtechnik. Die Samen sind die indigene Bevölkerung in Norwegen, Schweden, Finnland und auf der Kolahalbinsel Nordwestrussland. Während jahrhundertelanger Unterdrückung und Assimilierungspolitik waren die samischen Sprachen bedroht. In den letzten ca. vierzig Jahren aber hat sich die Politik der Staaten gegenüber den Samen schrittweise in eine mehr positive Richtung geändert und es wurden Revitalisierungsprogramme für verschiedene samische Sprachen begonnen. In ihrem Vortrag schaut Scheller näher auf die akademischen Institutionen in Norwegen, die gesetzlich eine Mitverantwortung tragen für die Schaffung der Voraussetzungen haben, damit die samische Bevölkerung ihre Sprachen erhalten und entwickeln kann. Welche Maßnahmen wurden beschlossen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und welche Effekte hat das auf die Sprachrevitalisierung?


Vortrag auf Schwedisch

Ort: Nordeuropainstitut, DOR24, Raum 3.134 (Brandes)


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07. Mai 2019 – 18:00 Uhr

„Ada Blackjack: Den litterære framstillingen av en polarheltinne“

Die literarische Darstellung einer Polarheldin


Silje Gaupseth ist Dozentin in Polar-Kulturwissenschaft und Leiterin des Polarmuseums an der Universität in Tromsø – Norwegens Arktischer Universität. Sie Forscht und publiziert im Rahmen arktischer Diskurse, besonders Darstellung und Fremddarstellung in der arktischen Expeditionsliteratur.

Im Herbst 1921 begaben sich vier junge Männer und eine Frau in Richtung der einsamen Insel Vrangeløya im Nördlichen Eismeer, um sie für die junge Nation Kanada in Besitz zu nehmen. Gleichzeitig sollte die Expedition als Modell für künftige Vorstöße in die Arktis gelten, als Beweis, dass selbst unfruchtbarste Landschaften in fruchtbare Paradiese verwandelt werden können, wendet man nur die richtigen Methoden an. Aber das Ergebnis war weit entfernt davon, gelungen genannt zu werden und die Schneiderin der Expedition Ada Blackjack war am Ende die einzige Überlebende.

Wie wird Ada Blackjack in der Literatur über sie dargestellt, besonders in Jennifer Nivens Biografie von 2003? Im Vortrag wird Silje Gaupseth verschiedene Texte näher betrachten, die Blackjacks dramatische Geschichte Behandeln, mit Fokus auf Geschlecht und Ethnie in der Arktis. Zusätzlich wird sie eine Hintergrundbild zeichnen von der freundlichen Arktis, wie der Organisator der Expedition Vilhjalmur Stefansson sie dargestellt hat. Dies soll den Zugang eröffnen zu dem mehr generellen Thema der literarischen Darstellung und Fremddarstellung in der Polarliteratur.


Vortrag auf Norwegisch

Ort: Nordeuropainstitut, DOR24, Raum 3.134 (Brandes)

 

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21. Mai 2019 – 18:00 Uhr

Arresting Actors, Equivocal Translations: Anders Poulsen and His Drum


Monica Grini ist Assistenz-Professorin in Medien- und Dokumentationswissenschaft an der Universität Tromsø. Ihre bisherigen Arbeiten fokussierten auf die Artikulation und Darstellung der samischen Kunst in den Schilderungen und den institutionellen Strukturen der Nationalstaaten, speziell in der Kunstgeschichte Norwegens.

1691 wurden der samische Noaide (Schamane) Anders Poulsen und seine Trrommel in Nesseby festgenommen. Gemeinsam wurden sie zum Untersuchungsobjekt durch Dänsich-Norwegische Behörden und das Gericht in Vadsø, dem Verwaltugszentrum in Finnmarken. Die Trommel wurde eventuell nach Kopenhagen in die Königliche Kunstkammer geschafft, während Poulsen in der Haft getötet wurde, als er auf das Urteil wartete. Der Haftgrund war die Trommel, ihr Gebrauch und das Böse, das sie anrichten konnte. Paradoxal genug wurden zur selben Zeit, da samische Trommeln konfisziert und in vielen Fällen zerstört wurden, einige Trommeln als attraktive Sammelobjekte verfrachtet. Heute sind viele Trommeln in Museen als „schamanische Gegenstände“ eingesperrt, oft alte Werkzeuge widerspiegelnd und bildlicher Ausdruck von Andersartigkeit. In ihrem Vortrag wird Grini sich an Ideen von “partial connections” (Strathern 2004) und “not only” (de la Cadena 2015) orientieren, um mehr von der Komplexität von Akteuren wie Poulsen, seiner Trommel und ihrer Fallen, Reisen und Übersetzungen durch Zeit und Raum hervorzubringen


Der Vortrag wird auf Englisch gehalten

Ort: Nordeuropainstitut, DOR24, Raum 3.134 (Brandes)

 

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04. Juni 2019 – 18:00 Uhr

"Landkonflikter i urbefolkningsområder - med spesielt fokus på samisk reindrift i Arktis"

Landkonflikte in Siedlungsgebieten der indigenen Bevölkerung – mit speziellem Fokus auf die samische Renwirtschaft in der Arktis


Ragnhild Marit Sara, Juristin und Richterin bei „Indre Finnmark Tingrett“, wird über die verschiedenen Konflikte bei der Landnutzung berichten, die die indigene Bevölkerung der Samen berühren, mit besonderem Fokus auf die Rechtslage.

Ort: Nordeuropainstitut, DOR24, Raum 3.134 (Brandes)


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18. Juni 2019 – 18:00 Uhr

Kunstnerisk diversitet i nyere samisk litteratur“

Künstlerische Diversität in der neueren samischen Literatur


Lill Tove Fredriksen ist Dozentin für samische Literatur an der Universität in Tromsø – Norwegens Arktischer Universität, mit Fokus auf Gegenwartsliteratur und historische Kontextualisierung. 

Was tragen unsere Pioniere bei, das heutige Werk zu beleuchten? Wie artikulieren wir unsere Menschlichkeit, die Anwesenheit eines Volkes und einer Kultur in der Welt durch künstlerische Produktion? Das sind einige der Fragen, die Fredriksen in dieser Präsentation samischer Literatur beleuchten will. Die ersten samischen Verfasser publizierten ihre Werke zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die meiste samische Literatur wurde ab den 1970er Jahren veröffentlicht. Samische Verfasser waren immer nah am Puls der Gesellschaft. Einige der Werke, die die samischen Pioniere schreiben, sind noch immer aktuell mit Hinblick auf die Thematiken in den Texten. Im Vortrag wird eine Linie zurück zu den samischen Verfasser-Pionieren gezogen, um so einen Überblick über die Linien der neueren zu geben und zu zeigen, wie samische Verfasser eine Diversität im künstlerischen Ausdruck repräsentieren. Die Triebkraft vieler samischer Autoren ist es, sich im Verhältnis zur eigenen Kultur, eigenen Sprache, eigenen Erzählungen künstlerisch ausdrücken zu können. Dass die meisten samischen Autoren auf Samisch schreiben, ist Ausdruck dieser Triebkraft. Im samischen Weltbild ist ein Fokus auf einseitige Spezialisierung für einen Menschen hinderlich. Sich anzupassen und seine persönlichen Eigenschaften und Vielseitigkeiten zu nutzen, ist wichtig für die eigene Entwicklung und um ein harmonischer Mensch zu werden. Samische Verfasser tragen dieses Erbe mit sich, weil sie oft mehrere Kunstformen beherrschen. Sie sind auch Dramatiker, Bildende Künstler, Jojker, Handwerker, Musiker und Schauspieler und schaffen eine Diversität des ästhetischen Ausdrucks und Kommentare der Welt, in der wir leben.


Der Vortrag wird auf Norwegisch gehalten

Ort: Nordeuropainstitut, DOR24, Raum 3.134 (Brandes)

 

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2. Juli 2019 - 20 Uhr

The right to our own history- Aili Keskitalo, Sametingspresident

The President of the Sámi Parliament of Norway will in this public lecture talk about indigenous rights and challenges in a postcolonial perspective.

 

All people have a right to their own history. This is also true for the Sámi and other indigenous people.
The President of the Sámi Parliament of Norway will talk about art, culture and cultural history as a fundamental aspect in a people’s self-perception and how they are perceived by others. A central part of this is the ability to make use of ones own language and own cultural expressions, concerning both material and immaterial culture.
Indigenous peoples and others who have been subject to colonialism are facing distinct challenges. Their language and culture are often not recognized by the respective nation state or colonial power. The Sámi are a people between four countries: Norway, Sweden, Finland and Russia. This has led to a range of different challenges within the four different nation states, many challenges, however, remain shared.

 

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten

Ort: Nordeuropainstitut, DOR24, Raum 3.134 (Brandes)

 

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Weitere Termine und Informationen finden Sie hier.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

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