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Narrative from the Subtropics
Jazzland Recording, 2013

Sphärisch, esoterisch, klangvoll, elektronisch und ambient. Dies sind nur einige der Adjektive die zu den Klängen des aktuellen Jazzland-Albums „Narrative from the Subtropics“ passen. Und das überrascht nicht, denn Produzent des Albums ist Jan Bang, Meister des experimentellen Sounds. Als Gründer des „Punktfestivals“, Festival für experimentelle Musik im südnorwegischen Kristiansand, das im September 2014 zum 10. Mal stattfindet, hat sich Bang längst einen Namen in der Szene gemacht. Als seine Spezialität gilt das Live-Sampling im Studio. Und so sind auch die meisten Tracks im Punkt Studio in Kristiansand eingespielt worden. Das Album selbst bietet eine hochkarätige Mixtur an unterschiedlich kombinierten Instrumenten und Musikern, vom Solo über Duo, Trio, Quartett bis hin zu Quintett und Sextett.

Zu hören sind nicht nur die Trompetenstars Nils Petter Molvær und Arve Henriksen, letzterer auf insgesamt fünf der 13 Stücke. Auch Erik Honoré, Co-Curator des Punktfestivals hinterlässt seine eigenen, elektronischen Spuren, und zwar in „Tide“ und „Funeral Voyage“. Hier wirkt auch Gitarrist Eivind Aarset, langjähriger Bandkollege von Molvær mit. Auch die Jazzsängerin Sidsel Endresen ist gleich mehrfach präsent. Besonders spannend klingt dies in „Tide“, denn hier kommt zusätzlich zu Gitarre und Orgel noch der Kontrabass hinzu, gezupft vom Schweden Lars Danielsson. Zögernd, voran tastend, ist der Klangmix von Stimme und Instrumenten, dickflüssig tropfen die Töne vom Bass herunter, im Hintergrund hallt der nebelige Synthesizersound. Der Mehrpart der Stücke auf „Narrative from the Subtropics“ entführen den Hörer in ebendiese sphärischen Klangwelten und in eine gekonnte Mischung aus experimentellen Sounds und esoterischen Melodien. Einen sanften Gegenpart zu diesen Elektrosounds bildet jedoch „Singer’s Childhood“ in dem Sidsel Endresen ein traditionell estnisches Lied anstimmt, wunderschön begleitet vom armenischen Pianisten Tigran Hamsyan. Hörenswert!

Jazzland Recordings, mit Sitz in Oslo, ist eine Plattenfirma, die mehrere Jazz- und Nu-Jazz-Labels betreibt: Jazzland, Grüner und Acoustic. Sie wurde 1996 von Bugge Wesseltoft gegründet, um dessen Album New Conception of Jazz zu veröffentlichen und gehört zur Universal Music Group.

Hanna Gross

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