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Sms från Soppero und Hej vacker (in schwedischer Sprache)

Die Jugendromane von Ann-Helén Laestadius spielen nicht nur in Sápmi, sondern sie beleuchten die Situation junger Samen im Schweden der Gegenwart. „Sms från Soppero" ist eine Geschichte von Identitätsverlust und Identitätsfindung – und vom ersten Verliebtsein. Anna-Sara wächst in den 1960er und 1970er Jahren in der kleinen Ortschaft Övre Soppero auf, nicht weit von der schwedisch-finnischen Grenze, in einer heilen samischen Renhirten-Welt. Doch als sie zur Oberschule nach Vittangi wechselt, erlebt sie, wie die Samen von den nicht-samischen Mitschüler verachtet, erniedrigt, geschlagen werden. Sie hält dem Druck nicht stand und gibt mit dem Wechsel ins Gymnasium nach Kiruna ihre Identität als Samin auf.

Fortan spricht sie nur noch Schwedisch und verkehrt unter schwedischen Gleichaltrigen. Die alten Freunde in Soppero nehmen Abstand von Anna-Sara, ihre Familie ist bestürzt und traurig. Nach dem Studium in Stockholm bleibt Anna-Sara dort, arbeitet als Journalistin, heiratet einen Schweden und wird Mutter. Beruflich beschäftigt sie sich jedoch mit ihrer Herkunft. Sie schreibt viele Artikel über Sápmi und die Samen. Ihren Redaktionskollegen gegenüber bezieht sie stets Stellung für die Sache der Samen und weist auf deren Probleme in der schwedischen Gesellschaft hin.

Doch sie spricht kein Samisch und gibt die Sprache nicht an ihre Tochter Agnes weiter. Durch die regelmäßigen Besuche bei den Großeltern in Soppero wird Agnes allerdings mit ihrer samischen Herkunft konfrontiert. Als vierzehnjähriges Mädchen beginnt sie, ihr Samischsein als Alleinstellungsmerkmal unter den Schulkameraden in Stockholm herauszustellen – und hat damit Erfolg. Es ist etwas Besonderes, in Stockholm Samin zu sein. Selbst der Schwarm aller Mädchen zeigt Bewunderung. Als Agnes die versteckten Lehrbücher für Samisch entdeckt, beginnt sie, heimlich die Sprache ihrer Vorfahren zu lernen. Sie beginnt einen SMS-Austausch mit einem ihr unbekannten Jungen aus Soppero und lernt ihn kennen, als sie mit ihrer Mutter in den Norden zu den Großeltern reist. Dort probiert sie für eine kurze Zeit aus, wie es sein könnte, eine „echte“ Samin zu sein. Auf ihrem Weg in die eigene samische Identität versucht sie, ihre Mutter mitzureißen. Agnes muss nach dem Ende der Winterferien nach Stockholm zurück, fasst jedoch den Vorsatz, den ganzen Sommer bei den Renhirten zu verbringen – als Samin unter Samen.

In „Hej vacker“ hat Ann-Helén Laestadius die Geschichte von Agnes weitererzählt: Agnes kehrt im Sommer zurück nach Soppero und wird zunächst in die Gemeinschaft der samischen Jugend aufgenommen, zum Beispiel als Mitglied der einheimischen Fußballmannschaft. Doch bald zeigen sich die Unterschiede zwischen „Dorfbewohnern“ und „Großstadtmädchen“, zwischen „richtigen“ Samen, die die Arbeit mit den Renen gewohnt sind, und der „Halbsamin", die in den Verdacht gerät, es mit ihrer Identität nicht ernst zu meinen. An Agnes wird nach zwei Seiten gezerrt, eine Vierzehnjährige gerät in eine Identitätskrise.

Die Sprache der beiden Bücher ist die Sprache von Jugendbüchern, was dem deutschen Leser des schwedischen Textes leichtes Verstehen und die Möglichkeit bietet, in die zeitgenössische Jugendsprache hineinzuschauen.

Hans-Joachim Gruda

 

Laestadius, Ann-Helén

SMS från Soppero

Podium och Nordiska museets förlag i samarbete med Samiskt informationscentrum. Stockholm 2007

ISBN 978-91-7108-518-4

 

Laestadius, Ann-Helén

Hej vacker

Rabén & Sjögren, Stockholm 2010

SBN 978-91-29-67424-8

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D/SE 2016 | 57 Min. | Dokumentarfilm | Original (schwedisch) mit deutschen Untertiteln | R Maria Mogren, Jens von Larcher

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