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Schlachtbank Düppel - 18. April 1864. Die Geschichte einer Schlacht

Gedenken an die Schlacht von Düppel 1864

Vor hundertfünfzig Jahren ging Schleswig den Dänen verloren, durch eine im Spiel der Dänen, der Preußen und der europäischen Großmächte Großbritanien, Russland und Frankreich verfehlte nationalistische Politik und am Ende durch die Schlacht von Düppel am 18. April 1864. Tom Buk-Swienty versteht es, auf wenigen Seiten die Zusammenhänge dieses Krieges verständlich darzustellen. Er betont dabei, dass die Geschichte sehr viel komplexer sei, dass es aber nicht Aufgabe seines Buches sei, dies bis in die letzten Nuancen auszuleuchten.

Am 13. November1863 nahm der dänische Reichstag die sogenannte "Novemberverfassung" an. Darin wurde unter Missachtung internationaler Verträge, namentlich dem "Londoner Protokoll" von 1852, das Herzogtum Schleswig enger an Dänemark gebunden. Dies war das Werk dänischer Nationalromantiker, die von einem Reich bis an den Fluss Eider träumten, fußend auf einer historisch nicht begründeten Vorstellung von Schleswig als einem Stück Ur-Dänemark, regiert von mythischen Dänenkönigen und Dänenköniginnen.

Auf die wahren kulturellen Verhältnisse im Herzogtum nahmen die nationalliberalen Träume ebenfalls keinerlei Rücksicht. In Schleswig lebten Menschen mit dänischen und deutschen Wurzeln friedlich zusammen. Es wurden beide Sprachen gesprochen. Sicher gab es auch in Preußen in nationalistischen Kreisen des Deutschen Bundes Kräfte, die den Krieg gegen Dänemark wollten, aber durch die Annahme der Novemberverfassung  luden die Dänen Preußen sozusagen zum Krieg ein. Dänemark machte sich zum "Aggressor". Preußens Ultimatum, die Novemberverfassung nicht in Kraft zu setzen, verstrich; Preußen hatte seinen Kriegsgrund.

Das Buch ist das Buch der entscheidenden Schlacht. Der Autor ergeht sich in der Analyse militärischer Entscheidungen, Gefechten und ihrer Folgen. Was Buk-Swientys Geschichte dieser Schlacht aber vor allem auszeichnet, ist die detaillierte Beschreibung des persönlichen Schicksals seiner Protagonisten, gemeinen Soldaten auf beiden Seiten, Offizieren und Militärärzten. Mit Genauigkeit zeichnet er ein Bild von Verwundungen, Operationen und Amputationen, von Schmerzen und Sterben. Es grenzt für den Leser an das Unerträgliche, wie nah der Autor an die Leiden heranführt. Beigefügt sind äußerst eindrucksvolle zeitgenössische Illustrationen. Die handelnden Politiker werden uns als Menschen mit allen ihren Stärken und ihren persönlichen Unzulänglichkeiten vorgeführt. Ebenso vergisst er nicht die seelischen Qualen der Verlobten, Ehefrauen, Schwestern und Mütter daheim zu beschreiben.

Es ist also kein Buch allein für Militärhistoriker, sondern vor allem für uns, die wir keinen Krieg zu ertragen brauchten, um uns zu zeigen, in welchem menschlichen Elend politische Entscheidungen enden können.

Rezension von Hans-Joachim Gruda

Tom Buk-Swienty
Schlachtbank Düppel - 18. April 1864. Die Geschichte einer Schlacht
("Slagtebænk Dybbøl" bei Gyldendal 2008), aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg, erschienen im Osburg Verlag, Berlin, 2011

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